Trotz Rekord: Ostdeutschland fällt bei der Beschäftigungsentwicklung zurück

Konstant entwickelt sich die Beschäftigungsentwicklung nach oben. Mit über 43 Millionen Erwerbstätigen hat das Statistische Bundesamt Anfang Dezember einen neuen Beschäftigungsrekord gemeldet. Im Vergleich zum Oktober des Vorjahres wurden rund 400.000 zusätzliche Stellen neu geschaffen. Die Analyse des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle zeigt, dass nicht das ganze Land davon profitiert.


Rückläufige Beschäftigungsentwicklung

In Ostdeutschland sei demnach die Entwicklung rückläufig. Bei nur noch 78,2 % liege die Erwerbstätigenquote nur noch. Um 0,2% sei die Beschäftigung im zweiten Quartal zurück gegangen und schreibt damit die Tendenz der Vorquartale fort. Ursache sei weiterhin das Angebot an Arbeitsplätzen (hier soll der Mindestlohn zu einem Wegfall von Minijobs geführt haben) und der Rückgang des Potenzials an Erwerbspersonen aufgrund der älter werdenden Bevölkerung.



Teilkrankschreibung: Vorbild Skandinavien

Statt wie bisher regelmäßig zu 100% krank zu schreiben, soll es in Zukunft auch die Möglichkeit geben, in Abstufungen krank geschrieben zu werden. Diese Möglichkeit einer „Teilkrankschreibung“ hat der Sachverständigenrat zur „Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen“ vorgeschlagen. Ein Sondergutachten führt, dass diese Regelung der Situation und den Leistungsmöglichkeiten Erkrankter flexibler entgegen kommt. Länder wie Schweden, Norwegen, Dänemark oder Finnland haben flexiblere Modelle zur Krankschreibung bei Arbeitsunfähigkeit bereits in den 1990er-Jahren eingeführt. Mehr zu diesem Thema lesen Sie hier: http://www.personalpraxis24.de/aktuelles/nachrichten/?user_aktuelles_pi1[aid]=330776&cHash=fe882cace18e2b06ea065eb8106d41dd

Nachdem die Krankengeld-Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen in den letzten Jahren stark gestiegen sind, wäre dies eine Möglichkeit auf den Kostendruck zu reagieren. Neben der Lohnentwicklung und der besseren Beschäftigungssituation (die nebenbei die Einnahmesituation verbessern!) schlagen wohl auch längere Krankheitsdauern z.B. aufgrund psychischer Erkrankungen zu Buche.

Die teilweise Krankschreibung würde so funktionieren: Wer nur 25% oder 50% arbeitsunfähig ist, soll auch nur für diesen Teil krankgeschrieben werden können. Wer eh‘ schon bis zum Krankengeldbezug arbeitsunfähig ist (damit also mehr als 6 Wochen) scheint jedoch in der Regel auch nicht teilweise arbeitsfähig. Wenn, dann kann es nur Zeiträume einer Wiedereingliederung betreffen, für die diese Regelung gelten kann (die Wiedereingliederung ist aber auch nicht neu).

Einmal abgesehen davon, dass es wahrscheinlich schwierig ist, im Einzelfall eine treffsichere Unterscheidung durchzuführen, bleiben ja auch noch andere Fragen offen. Wie verhält es sich mit dem Krankentagegeld aus der PKV bzw. der AU-Leistung bei Einkommensschutzbrief oder Restschuld- bzw. Restkreditversicherung?
Hier gilt in der Regel das „Alles-oder-Nichts-Prinzip“, d.h. eine Leistung wird nur dann fällig, wenn die versicherte Person auch zu 100% AU ist. Dies müsste angepasst werden, wenn die Teil-AU zum Standard wird. Auch wird es interessant, wie sich das Krankengeld in solchen Fällen berechnet.

 

 

AL-Versicherung bleibt 2016 stabil

Wie Frank-Jürgen Weise, der Chef der Bundesagentur für Arbeit, in einem Artikel in der Wirtschaftswoche sagt, sollen die Beiträge im kommenden Jahr stabil bleiben. Auch die Auswirkungen der Flüchtlingskrise seien überschaubar. Erwartet wird dadurch zwar ein Anstieg um 160.000 Personen im Jahresdurchschnitt. Gleichzeitig soll aber die Erwerbslosigkeit bei der einheimischen Bevölkerung weiter abnehmen. Grund hierfür sei die weiterhin hohe Nachfrage der Unternehmen nach qualifizierten Arbeitnehmern. Im gleichen Zug antwortete er auf die Frage, ob der Arbeitslosenversicherungsbeitrag aufgrund der erwarteten Mehr-Belastungen erhöht werden müsse,  mit einer klaren Absage. Auch aufgrund des guten Wirtschaftens in diesem Jahr, können die Beitragssätze stabil gehalten werden.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier: http://www.wiwo.de/politik/deutschland/ba-chef-weise-arbeitslosenversicherung-bleibt-2016-trotz-fluechtlingshoch-stabil/12706222.html