Teilkrankschreibung: Vorbild Skandinavien

Statt wie bisher regelmäßig zu 100% krank zu schreiben, soll es in Zukunft auch die Möglichkeit geben, in Abstufungen krank geschrieben zu werden. Diese Möglichkeit einer „Teilkrankschreibung“ hat der Sachverständigenrat zur „Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen“ vorgeschlagen. Ein Sondergutachten führt, dass diese Regelung der Situation und den Leistungsmöglichkeiten Erkrankter flexibler entgegen kommt. Länder wie Schweden, Norwegen, Dänemark oder Finnland haben flexiblere Modelle zur Krankschreibung bei Arbeitsunfähigkeit bereits in den 1990er-Jahren eingeführt. Mehr zu diesem Thema lesen Sie hier: http://www.personalpraxis24.de/aktuelles/nachrichten/?user_aktuelles_pi1[aid]=330776&cHash=fe882cace18e2b06ea065eb8106d41dd

Nachdem die Krankengeld-Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen in den letzten Jahren stark gestiegen sind, wäre dies eine Möglichkeit auf den Kostendruck zu reagieren. Neben der Lohnentwicklung und der besseren Beschäftigungssituation (die nebenbei die Einnahmesituation verbessern!) schlagen wohl auch längere Krankheitsdauern z.B. aufgrund psychischer Erkrankungen zu Buche.

Die teilweise Krankschreibung würde so funktionieren: Wer nur 25% oder 50% arbeitsunfähig ist, soll auch nur für diesen Teil krankgeschrieben werden können. Wer eh‘ schon bis zum Krankengeldbezug arbeitsunfähig ist (damit also mehr als 6 Wochen) scheint jedoch in der Regel auch nicht teilweise arbeitsfähig. Wenn, dann kann es nur Zeiträume einer Wiedereingliederung betreffen, für die diese Regelung gelten kann (die Wiedereingliederung ist aber auch nicht neu).

Einmal abgesehen davon, dass es wahrscheinlich schwierig ist, im Einzelfall eine treffsichere Unterscheidung durchzuführen, bleiben ja auch noch andere Fragen offen. Wie verhält es sich mit dem Krankentagegeld aus der PKV bzw. der AU-Leistung bei Einkommensschutzbrief oder Restschuld- bzw. Restkreditversicherung?
Hier gilt in der Regel das „Alles-oder-Nichts-Prinzip“, d.h. eine Leistung wird nur dann fällig, wenn die versicherte Person auch zu 100% AU ist. Dies müsste angepasst werden, wenn die Teil-AU zum Standard wird. Auch wird es interessant, wie sich das Krankengeld in solchen Fällen berechnet.