Berater-Apps „mit ohne“ Berater?

Wie Cash-Online vor kurzem berichtete, stellt blau direkt die hauseigene App simplr nun mit einer weiteren Funktion zur Verfügung. Besser gesagt mit dem möglichen Fehlen einer: nämlich der Notwendigkeit automatisch mit der Nutzung ein Maklermandat zu erteilen (oder erteilen zu müssen). Kunden können sich nun auch für die Selbstpflege ihrer Vertragsinhalte entscheiden. simplr reagiert damit auf eine oft geäußerte Kritik in den vergangenen Monaten: dass viele Kunden gar nicht wahrnehmen würden, dass sie mit der Nutzung der mobilen Anwendung ihrem Berater den Rücken kehren. Für den Vermittler ist mit diesem Schritt der Zugriff auf neues Beratungspotenzial auf jeden Fall erst einmal verschlossen.

Letztlich leben alle Apps davon, dass mit den darin enthaltenen Daten gearbeitet werden kann. Entweder durch die Übernahme laufender Verträge oder durch Neuabschlüsse. Auf andere Weise lassen sich die Entwicklungskosten und der laufende Betrieb kaum finanzieren.

Dass der Berater vor Ort dabei auch eine Rolle spielt, zeigt die Ankündigung von FinanceFox, den Makler mit in den digitalen Beratungsprozess einbinden zu wollen (http://versicherungsmonitor.de/2016/04/start-up-financefox-holt-makler-ins-boot/). [nachträgliche Ergänzung: Dabei überträgt der Makler seinen Bestand an FinanceFox: „Der Makler bewirbt sich bei uns, wird von uns geprüft und bei Eignung lizensiert. Anschließend transferiert er seinen Kundenbestand zu FinanceFox.“ (http://www.gruenderszene.de/allgemein/financefox-versicherung-app)]  Auch die Treefin AG setzt mit ihrer gleichnamigen App bereits länger auf die Verbindung zwischen digitalem Vertrieb und Einbindung eines Maklers, bzw. auf die aktive Entscheidung des Kunden, auf welchem Weg er sich zu beraten lassen oder informieren will.

Am Ende lebt die Finanzberatung in vielen Bereichen auch weiter vom persönlichen Kontakt. Wenige Produkte sind so einfach, dass es ganz ohne Erklärung und Nachfrage geht. Ob im Büro oder direkt beim Kunden im Wohnzimmer: Beratung ist weiterhin notwendig und gefragt. Da macht es durchaus Sinn, sich über die Einbindung der geeigneten „Kontaktpersonen“ Gedanken zu machen. Dass Makler aufgrund ihrer Unabhängigkeit hier eine gefragte Zielgruppe sind, verwundert nicht. Die Entwicklung, die mit dem hard-core-digital-Ansatz (=alles in der App machen!) begann, bewegt sich auf jeden Fall schon mehr in Richtung deutlich ausgewogener Ansätze.

 

 

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