Anspruch auf Krankengeld

Für den Bezug von Krankengeld durch die Krankenkasse nach dem Ende der Lohnfortzahlung muss eine lückenlose Bestätigung der Arbeitsunfähigkeit über die gesamte Dauer vorliegen.

Normalerweise erfolgt dies in Form von Krankschreibungen. Wichtig ist dabei, dass es zu keinen Lücken kommt. Selbst ein Tag ohne Krankschreibung kann zum Versagen der Leistung führen. Die Zahlung des Krankengelds kann dann von der Krankenkasse beendet werden.

Anstatt der Bestätigung durch einen Arzt kann alternativ aber auch ein Gutachten des Sozialmedizinischen Dienstes der Krankenkassen gelten. Das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen hat dies in einem Urteil (Az: L 5 KR 578/15) bestätigt.

Im zugrunde liegenden Fall wurde einem Arbeitnehmer per Ende November 2014 von seinem Chef gekündigt und das Gehalt bis zum Ablauf der Kündigungsfrist weiterbezahlt. Mitte November erkrankte der Arbeitnehmer und bekam vom Chefarzt eines Krankenhauses die Arbeitsunfähigkeit aufgrund von rheumatischen Beschwerden und anderen Erkrankungen bescheinigt. Eine Untersuchung durch den Sozialmedizinischen Dienst, der die Arbeitsunfähigkeit bestätigte, wurde von der Krankenkasse veranlasst. Zwischenzeitlich bestätigten andere ärztliche Diagnosen ebenfalls das Ergebnis. Die Krankenkasse stellte trotzdem die Zahlung des Krankengelds zum 24. Februar 2015 ein. Das Argument: Der Arbeitnehmer habe nicht nahtlos weitere ärztliche Bescheinigungen vorgelegt. Dagegen klagte er und bekam Recht, da das Gutachten des Sozialmedizinischen Dienstes den „fehlenden“ Zeitraum vollständig mit abdeckt.

Schreibe einen Kommentar