#ausprobiert: Allianz Online BU-Abschluss

„Arbeitskraft digital absichern“ verspricht die Allianz in einer Pressemitteilung zum neuen Online BU-Abschluss vom 08. Dezember. Ein neues Tool soll den „direkten Überblick über Versicherbarkeit und Kosten“ bieten, die „Abfrage aller gesundheitlichen Risiken anonym erfolgen“ und einen „Schnelltest für einzelne Vorerkrankungen“ ermöglichen. Ich wollte wissen, was dahintersteckt und habe das neue Angebot auf der Webseite der Allianz #ausprobiert.

Beitragsberechnung zum Online BU-Abschluss
Zu Beginn steht wie überall die Eingabe der notwendigen Daten zur Beitragsberechnung an.

Schon auf der Startseite wird die neue Abschlussmöglichkeit angekündigt. Nach einem Klick auf „NEU: Berufsunfähigkeit online beantragen“ geht es los. Es werden die üblichen Parameter abgefragt: Geburtsdatum, Laufzeit, gewünschte Absicherungshöhe.

Wer sich unsicher über die Höhe der benötigten BU-Rente ist, kann über einen Bedarfsrechner die passende Versicherungssumme herausfinden. Icons zu den einzelnen Lebenssituationen bieten einen einfachen Einstieg und Orientierungspunkte für die Beratung und das Finden der passenden BU-Rente (wer dabei auf Werte von mehr als 2.000 Euro kommt, muss allerdings den herkömmlichen Antragsweg nehmen).

Heiteres Berufeklicken

Erst einmal geht es „konventionell“ mit der Festlegung der eigenen beruflichen Tätigkeit weiter. Die Fragen überraschen nicht, neben dem ausgeübten Beruf sind weitere übliche Angaben zum Berufstatus, Bildung und Beschäftigungsverhältnis erforderlich, bevor es zur Tarifauswahl weitergeht.

Optisch schöne „Bestellseite“

Allianz BU Tarife
Optisch und verkaufspsychologisch schön aufbereitet werden die einzelnen Tarifangebote gegenübergestellt.

Eine meiner Lieblingsseiten ist die Auswahlmöglichkeit der einzelnen Versicherungspakete. Die abschließbaren Tarifvarianten „Basis“, „Plus“ und „Plus mit Pflege“ sind mit den einzelnen Leistungsdetails aufgeführt.

Die Übersicht ist wie aus dem Lehrbuch und aufgemacht wie die Bestellseite eines gerade durchstartenden US-Internetunternehmens. Inklusive des Buttons „Bestseller“ für den Tarif „Plus“, Testsiegeln und den orangen Button, die zur Antragsstrecke weiterleiten, wurde alles gemacht, um den Nutzer auch optisch in die gewünschte Richtung zu führen. Nämlich direkt zur Antragsstrecke.

Dateneingabe: zwischen einfach und unübersichtlich

konstitution
Klicken und Schieben: Eine schöne Lösung für die Eingabe der Daten.

Nach der Tarifauswahl beginnt die Eingabe der Gesundheitsdaten. Die Fragen zur „Konstitution“ wurden dabei mit Schiebereglern optisch ansprechend aufbereitet. Das kommt vor allem Tablet-Nutzern entgegen und lockert die Fragen auf.

Bei den übergeordneten Fragen zum Gesundheitszustand wie den Arztbesuchen der letzten fünf Jahre wird darauf hingewiesen, dass z.B. Untersuchungen aufgrund aktueller Erkältungskrankheiten und beim Zahnarzt nicht angegeben werden müssen. Wie immer stellt sich die Frage, wann eine „Bagatellerkrankung“ keine mehr ist und sich dies ggf. später auf eine Leistungsprüfung auswirken wird. Aus Sicht der Nutzerführung wird zumindest darauf geachtet, dass sich die Eingaben in Grenzen halten können.

gesundheitsangaben
Die Arztbesuche zu den einzelnen Beschwerden können per Click ausgewählt werden. Wer öfters bei Untersuchungen war steht schnell einer größeren Zahl an Anfragen gegenüber. Da kann es leicht unübersichtlicher auf dem Bildschirm werden.

Unter diesem Aspekt scheint auch die Eingabe der Arztbesuche entstanden zu sein. Durch Piktogramme für die einzelnen Bereiche des Körpers hebt sie sich von den sonst üblichen Textwüsten auf den Antragsformularen ab. Schnell sind die „betroffenen“ Bereiche angeklickt. Wer am Ende auf eine etwas umfangreichere Behandlung-Geschichte zurückblickt, muss auch hier viele Fragen beantworten.

Es geht online recht bequem, da passend zur jeweiligen Erkrankung – die per Autovervollständigungs-Vorschlag angezeigt wird und ausgewählt werden kann – die zugehörigen Fragen gestellt werden. Teilweise wird es dann doch unübersichtlich, wenn der Reihe nach die Ursachen und die zusätzlichen Informationen eingegeben werden müssen. Liegen alle Details vor, geht es online sehr bequem. Es werden jeweils nur die notwendigen Fragen gestellt, sind diese beantwortet, geht es mit der nächsten weiter. Wer hin- und herspringen will, kann auch das. Trotz allem zwingt die Antragsstrecke  zu präzisen Angaben, wenn die Beantragung und das Ergebnis der Risikoprüfung korrekt sein sollen. Wer nicht antworten kann, muss/kann zwischenspeichern und später weitermachen.

Ein Klick und das Ergebnis ist da

Wie in der Pressemitteilung versprochen, gibt es nach Eingabe der Daten ein anonymes Ergebnis zur Versicherbarkeit. Und dies sofort auf Knopfdruck. RisikoeinschätzungDas System schöpft dabei die gängigen Möglichkeiten der Risikoprüfung aus. In meinem ersten Testfall erfolgte die Annahme zum Beispiel mit Ausschlussklausel.

Fazit zur neuen Möglichkeit des Online BU-Abschluss

Das Angebot hält was es an Nutzerfreundlichkeit verspricht. Die Risikoprüfung kann anonym und mit den persönlichen Angaben für den gewünschten Versicherungsumfang durchgeführt werden. Wer sich unsicher über den Ausgang einer Risikoprüfung ist oder schnell ein Ergebnis wünscht, kommt online zu einer Aussage. Im Gegensatz zum Papier- oder pdf-Antrag fordert die Online-Strecke allerdings klare Angaben vom Nutzer. Ohne diese geht es nicht weiter oder es gibt kein Ergebnis.

Leider kann ab und an die Übersichtlichkeit verloren gehen. Dies liegt zum einen am Umfang der Fragen, die die Risikoprüfung der BU mit sich bringt, zum anderen an der Verfügbarkeit vieler Zusatzinformationen und Info-Elemente. Neugieriges Klicken füllt den Bildschirm und erfordert genauso konsequentes Schließen (=“Zuklicken“) der einzelnen Bereiche.

Insgesamt wurde es geschafft, den sonst oft nüchternen Antragsprozess nutzerfreundlich aufzubereiten und mit einer schönen Lösung im Web umzusetzen. Die Online-Strecke funktioniert dabei nicht nur auf dem Desktop. Auch auf dem Tablet oder Smartphone passt sie sich an die Bildschirmgrößen an und kann somit auf verschiedensten Endgeräten genutzt werden.

#ausprobiert

In der Rubrik #ausprobiert werden aktuelle Angebote zu Versicherungs- und Finanzprodukten getestet. Sie haben Ideen, Anregungen oder Hinweise auf interessante Anwendungen? Dann senden Sie einfach eine Nachricht an: info@finanzdigital.de
Tobias Haff ist Vertriebsexperte und beschäftigt sich seit Jahren mit Nischenfinanzprodukten. Bereits seit 1997 entwickelt er Internet-Projekte mit dem Fokus auf Finanzdienstleistungen. Er hat PROCHECK24, den B2B-Bereich von CHECK24, aufgebaut sowie zahlreiche Produkte und Tools für Finanzvermittler entwickelt. Weitere Informationen finden Sie hier: http://finanzdigital.de/about/

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