Bitcoin – Kursziel 1.000

Seit den Hochs hat der Bitcoin-Kurs bereits gedreht. Mit großen Schwankungen – auch innerhalb des Tages – ging es seitdem Stück für Stück abwärts. Meine „Finanzprognose“ für das Jahr 2018 betrifft den Bitcoin. Ich sehe eine große Wahrscheinlichkeit für ein blutiges Ende des Hype. Wer heute investiert (nach dem Motto: „Der Bitcoin ist ja wieder ein Schnäppchen auf dem aktuellen Niveau“) kauft ein extrem hohes Risiko ein.

Bitcoin-Kurschart; Stand 24.12.2017; Quelle: ariva.de

Keine Vorstellung vom „inneren Wert“

Der bitcoin-Markt ist geradezu geeignet für einen Crash. Der Kurs ist innerhalb kürzester Zeit um ein Vielfaches gestiegen. Viele Käufer haben sich dabei nie damit auseinandergesetzt, was sie machen werden, wenn die Kurse fallen. Und sie anfangen richtig viel Geld zu verlieren. Jeder, der keine Ahnung über den „inneren Wert“ eines Investments hat, wird um ein Vielfaches mehr von Panik erfasst werden, wenn es abwärts geht. Und zugegeben: ich habe nicht einmal den Ansatz einer Ahnung, wie der innere Wert realistisch erfasst werden sollte.

Langsame Transaktionsgeschwindigkeit fördert den Crash

Viel schlimmer aber ist, dass die Transaktionen lange Zeit in Anspruch nehmen können, das sah man bereits in letzter Zeit. Dies ist Gift für einen Markt, bei dem alle aussteigen wollen. Jeder, der schon einmal in einer Crash-Situation auf die Ausführung seiner Order gewartet hat, kann dies nachfühlen. Oder der es nicht geschafft hat, sich bei seinem Broker einzuloggen, weil die Systeme überlastet waren. Je größer also die Panik und je langsamer die Ausführung des Trades, umso eher werden alle, aber auch wirklich alle, Preise akzeptiert. Das Ergebnis sind immer schneller fallende Preise, immer mehr Panik und eine immer größere Bereitschaft zu jedem Preis zu verkaufen. Nur um raus zu sein.

Auch das spricht für eine Bitcoin-Blase…

Es sind einige Sachen zusammengekommen, an denen ich einen Hype festmachen kann.

1. bitcoin is everywhere: überall in der Presse und in Gesprächen hört man vom Thema Bitcoin. Schon investiert? Wie kann man damit reich werden? Wie funktioniert denn überhaupt der Kauf?

2. Unternehmen, die ihren Namen umbenennen, aus der Inaktivität geholt werden (Stichwort Börsenmäntel) oder irgendwie vorhaben, sich im Bereich Bitcoin-Crypto-Blockchain zu beschäftigen, sind plötzlich ein Vielfaches wert.

3. Kursexplosion bei den Nachahmern. Das Original enteilt der Investierbarkeit in unerreichbare Preishöhen? Plötzlich werden die Alternativen schick und legen deutlich zu… schön zu sehen bei Litecoin, Ethereum, IOTA und Co.

4. Täglich kommen neue Spam-Mails, die einem zu ungeahntem Reichtum verhelfen wollen. Schon mit Bitcoin zum Millionär geworden? Täglich 10.000 US$ als Crypto-Miner verdienen? Das sind Vorboten dafür, dass der Boom einen Höhepunkt erreicht hat.

5. Dazu gehört auch, dass es neue Investmentmöglichkeiten gibt, gerade für Privatkunden, die noch nicht herausgefunden haben, wie man in den Bitcoin investieren kann. Fonds, Derivate, Investmentgesellschaften – gemacht um auf den Zug aufzuspringen sollen auch noch die letzten anlocken, die noch nicht dabei sind.

6. Es besteht bei vielen Einigkeit darüber, dass die „neue Technologie“ die Welt revolutionieren wird – eine genaue Idee, wie das betriebswirtschaftlich funktioniert, gibt es aber nur ansatzweise. Dafür wird Unternehmen trotzdem eine hohe Bewertung zugebilligt (siehe Punkt 2), sobald sie anfangen sich damit zu beschäftigen.

Kursziel 1.000

Der Start des Hype lag ungefähr bei 1.000 US-Dollar für einen Bitcoin. Das war ungefähr das letzte „gesettelte“ Niveau bevor der Höhenflug startete. Ich sehe es daher als sehr wahrscheinlich an, dass wir in einem Sell-Off diesen Bereich wieder erreichen werden. Das entspräche einem Abverkauf von ungefähr 95% vom aktuellen Höchstniveau. Danach wird sich der Kurs wieder einpendeln und die gigantischen Schwankungen verschwinden. Erst dann wird sich herausstellen, welche realwirtschaftlichen Ansätze es gibt und welcher Wert daraus für einen Bitcoin zugrunde gelegt werden kann.

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