„Banking-Fintechs: Zwischen Disruption und Anpassung“

Die “neue Welt” jubiliert, die “alte Welt” muss einstecken? Das ist nur auf den ersten Blick so. Zwar befindet sich die Finanzlandschaft im Wandel, es gewinnt dabei aber nicht immer das Neue, das “Disruptive”. Aus number26 wird nicht nur N26, sondern aus der Startup-Girokonto-App auch gleich eine Vollbank. Die Fidor-Bank – einer DER Fintech-Pioniere – wird von einer französischen Großbank gekauft.

Mit dem Fokus auf Teilbereiche der Wertschöpfungskette müssen viele Unternehmen schnell auf hohe Kundenzahlen kommen. Mit der Massenansprache stossen die neuen Angebote auf Kunden mit “alten” Gewohnheiten. Das bedeutet im schlimmsten Fall hohe Kosten statt elektronischer Effizienz und zwingt zum Ändern des Angebots. Aus einem disruptiven Ansatz wird Adaption.

Die vollständige Kolumne lesen Sie hier: http://www.cash-online.de/versicherungen/2016/banking-fintechs-zwischen-disruption-und-anpassung/335989

#pingback_juni2016: Fintech trifft auf die Grenzen der alten Welt

Der vergangene Monat hat gezeigt, wie schnell neue Technologien und Geschäftsansätze (gerne auch „Disruption“ genannt) auf die Grenzen der „alten Welt“ treffen. Als harter Schlag für die Fintech-Welt könnte sich die Brexit-Entscheidung herausstellen. Das unangefochtene Sprungbrett in die Fintech-Welt ist (oder war?) London. Es verbindet den EU-Raum mit den USA, es ist die Finanzdrehscheibe Europas. Durch die sprachliche Nähe ist es der ideale Anknüpfungspunkt mit den USA. Dem Umfeld, in dem sich Internetinnovationen weltweit am besten entwickeln, in dem bedeutende Plattformen für verschiedenste Zukunftsmärkte entstehen. Der Brexit zwingt nun zum Umdenken und zur Neuorientierung. Ausweichstandorte gibt es. Die Eigenschaften der britischen Hauptstadt vereinen sie aber alle nicht so perfekt in sich. Erst einmal dominiert die bremsende Ungewissheit – Demokratie stoppt Disruption. „#pingback_juni2016: Fintech trifft auf die Grenzen der alten Welt“ weiterlesen

Kontokündigungen bei Number26

Diverse Medien (beispielsweise hier der Artikel von Gründerszene am 01. Juni: http://www.gruenderszene.de/allgemein/number26-kuendigungen) berichten  über Kontokündigungen bei Kunden des Fintech-Girokontoanbieters Number26. Im Namen der Wirecard Bank, die die Zahlungsabwicklung übernimmt, wurde die Kontoverbindung ordentlich gekündigt. Im Internet und den sozialen Medien machen sich einige Kunden Luft. Unbekannt sind die Hintergründe, warum es dazu kam. Diese werden – auch ob des Datenschutzes – nicht angegeben. Spekuliert wird darüber, ob es an den teuren Bargeldabhebungen liegt. Das Unternehmen selbst teilt in einer Stellungnahme mit: „[…] Die aktuellen Kündigungen betreffen nur wenige Hundert Konten. Im Verhältnis zu unserem Wachstum ist die Anzahl der Kontokündigungen unwesentlich. […]“. Details zu den Kündigungsursachen nennt aber auch das Unternehmen nicht.

Trifft Disruption auf Gewohnheiten und Regulierung?
Sollte es an den entstehenden Gebühren liegen, würde sich damit die Grenze zeigen, auf die disruptive Prozesse treffen: das Verhalten der realen Nutzer und die Einschränkungen durch Regulierung und Gesetzeslage. So lange Kunden an alten Gewohnheiten festhalten und weiter Bargeld nutzen, fallen die Kosten hierfür an. Bekanntermaßen kostet das Vorhalten vom physischem Geld nicht unerheblich (es lässt sich auch nicht vor Ort drucken und damit eine Prozessoptimierung erreichen  – das Schaffen von Bargeld ist gesetzlich geregelt und reguliert). Das Girokonto ist der Basisbaustein des finanziellen Handelns eines jeden. Aber auch in der Vergangenheit war es für die Banken mehr der Einstieg in die Kundenbeziehung als ein Profit-Center. So lange es nicht gelingt, alle Zahlungen vollständig zu digitalisieren, wird diese Situation weiter bestehen. Damit gewinnt der Ansatz der Sparkassen an Charme, mit „Yomo“ ein eigenes Angebot für ein mobiles Girokonto an den Markt zu bringen. Denn dort sind Bestandskunden, Markenimage und ein weit verzweigtes Geldautomatennetz unter einem Dach vereint.

# Nachtrag #

Am 5. Juni hat number26 die Vermutungen bestätigt und dargelegt, dass die Kündigungen im Zusammenhang mit den enstehenden Kosten standen. Vor allem bei vielen Bargeldabhebungen und den damit verbundenen Kosten zwischen 1,50 bis 2,00 Euro pro Vorgang sei das kostenlose Girokonto nicht fortführbar gewesen. Im Zusammenhang mit der Erklärung wurde auch angekündigt, dass man zusammen mit den Kunden in den kommenden Wochen eine „Fair-Use-Policy“ erarbeiten wolle.

Hier der Link zur Stellungnahme von number26: https://number26.eu/wp-content/uploads/2014/06/NUMBER26_Stellungnahme-Ku%CC%88ndigungen_Fair-Use-Policy.pdf